Archiv der Kategorie 'Warenhaus'

1776

„The plans and projects of the employers of stock regulate and direct all the most important operations of labour, and profit is the end proposed by all those plans and projects. But the rate of profit does not, like rent and wages, rise with the prosperity and fall with the declension of the society. On the contrary, it is naturally low in rich and high in poor countries, and it is always highest in the countries which are going fastest to ruin. The interest of this third order, therefore, has not the same connection with the general interest of the society as that of the other two. […] The interest of the dealers […], in any particular branch of trade or manufactures, is always in some respects different from, and even opposite to, that of the public. To widen the market and to narrow the competition, is always the interest of the dealers. To widen the market may frequently be agreeable enough to the interest of the public; but to narrow the competition must always be against it, and can serve only to enable the dealers, by raising their profits above what they naturally would be, to levy, for their own benefit, an absurd tax upon the rest of their fellow-citizens. The proposal of any new law or regulation of commerce which comes from this order ought always to be listened to with great precaution, and ought never to be adopted till after having been long and carefully examined, not only with the most scrupulous, but with the most suspicious attention. It comes from an order of men whose interest is never exactly the same with that of the public, who have generally an interest to deceive and even to oppress the public, and who accordingly have, upon many occasions, both deceived and oppressed it.“

Adam Smith: „An Inquiry into the Nature and Causes of The Wealth of Nations“, London 1776.

„Die wichtigsten Operationen der Arbeit sind geregelt und geleitet nach den Plänen und den Spekulationen derjenigen, welche die Kapitalien anwenden: und der Zweck, welchen sie sich in allen diesen Plänen und Operationen vorsetzen, ist der Profit. Also: Die Taxe des Profits steigt nicht wie Grundrente und Arbeitslohn mit dem Wohlstand der Gesellschaft und fällt nicht wie jene mit ihrem Verfall. Im Gegenteil, diese Taxe ist natürlich niedrig in den reichen Ländern und hoch in den armen Ländern; und sie ist nie so hoch als in den Ländern, welche sich am schnellsten ihrem Ruin entgegenstürzen. Das Interesse dieser Klasse steht also nicht in derselben Verbindung, wie das der beiden andern, mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft … Das besondre Interesse derer, die einen besondren Handels- oder Manufakturzweig treiben, ist in gewisser Hinsicht immer verschieden von dem des Publikums und oft ihm sogar feindlich entgegengesetzt. Das Interesse des Kaufmanns ist immer, den Markt zu vergrößern und die Konkurrenz der Verkäufer einzuschränken … Es ist dies eine Klasse von Leuten, deren Interesse niemals exakt dasselbe sein wird wie das der Gesellschaft, welche im allgemeinen ein Interesse haben, das Publikum zu betrügen und es zu überlisten.“

gekürzte Übersetzung durch Karl Marx in den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ von 1844, der französischen Ausgabe („Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations“, Paris 1802) entnommen

“No somos antisistema, el sistema es antinosotros!”

„Die Schwierigkeit, die spanische Jugend zu mobilisieren, rührt von der Erwartung her, dass Resultate ausblieben. Die jungen Spanier (und viele Europäer) zeichnen sich dadurch aus, dass sie wie ihre Eltern leben wollen, in einer kapitalistischen Konsumwelt. Nicht sie wollen dies beenden, es ist der Kapitalismus, der mit ihnen bricht.“
(„La dificultad de movilización de los jóvenes españoles procede de la expectativa de falta de resultados. Los jóvenes españoles (y muchos europeos) se caracterizan por querer vivir como sus padres, en un mundo capitalista de consumo. No quieren terminar con él, es el capitalismo el que ha roto con ellos.“)
- Antonio Alaminos, Soziologe an der Universität Alicante (Quelle: elpais.com – 17.4.2011)

The Times They Are A-Changin‘

Die plötzlichen Proteste im Vorfeld der Regionalwahlen in Spanien, die mittlerweile die spanischen Grenzen mit vielen Solidaritätskundgebungen übertreten haben, haben sich der Etablierung einer „wirklichen Demokratie“ verschrieben. Sie erheben demnach den Anspruch, demokratischer als die „Demokraten“ zu sein, die sie repräsentieren wollen. Weder möchte man sich also mit der herrschenden politischen Klasse gemein haben, die man als durchwegs korrupt apostrophiert, noch mit den Gewerkschaften, die den Ausverkauf der Reste des spanischen Wohlfahrtsstaates mitgetragen haben. Vielmehr gibt man sich betont universalistisch, und zwar mit der Absicht, die formal-demokratische Selbstbestimmung nun allseits mit einem, allerdings sehr diffusen, sozialen Inhalt zu füllen. Gleichwohl kann der Verbalradikalismus der „Bewegung 15. Mai“ und die wiederholte Phrase von der „Spanischen Revolution“ kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die praktische Verwirklichung einer Alternative, die gegenüber der neoliberalen Phase des Kapitalismus eingefordert wird, nicht zur Hand steht. So einigt man sich vorerst darauf, was man nicht wolle. Eben dieser Umstand kommt der Bewegung in ihrer Dynamik gegenwärtig noch zugute, gleichwohl deuten sich in den reformistischen Forderungen bereits Grenzen an, die der Protestbewegung, so sie sich nicht radikalisiert, in nuce schon den möglichen Zerfall nach den Regionalwahlen anzeigen (indes liefert die „Juventud Sin Futuro“-Gruppierung fruchtbare Ansätze – ihr Manifest findet sich weiter unten). In großen Teilen der Bewegung zeichnet sich etwa eine grundlegende Ambiguität gegenüber jeglicher Parteipolitik und damit dem Parlamentarismus ab, wie„El Pais“ in einem Leitartikel vom 17.5. bemerkt:

[I]t would be one thing to say that official politics is failing to produce an adequate response because the parliamentary and constitutional system is inherently incapable of doing so, and quite another to consider that the political parties and their leaders are failing to make effective use of the existing system.

There is a disturbing ambiguity here, since it might suggest a questioning of the whole system, without clearly identifying the alternative- unless the latter harks back to utopias that ended in tragedy. The problem lies not so much in being inside or outside the system, as in keeping it in mind that contempt for the parliamentary and constitutional system may serve just and noble causes, but also abject ones inimical to liberty.

Allein, es steht zur Frage, welche Freiheit hier gemeint ist. Ist es die Wahlfreiheit der repräsentativen Demokratie? Betrifft die Problematik die Parteipolitik oder nicht – grundlegender – die materielle Basis, die sie vermittelt? Stemmt sich die Freiheit, die die Bewegung des 15. Mai einklagt, nicht gegen die unerträgliche Koinzidenz der Not wie der Unmöglichkeit, die eigene Arbeitskraft innerhalb eines nicht näher bestimmten „Systems“ zu verwerten? Indes, läge wahre Freiheit nicht gerade jenseits dessen? Die folgenden Ausführungen sollen darüber ein wenig Klarheit schaffen.

Madrid, Puerta del Sol
[via washingtonpost.com]

„I owe my soul to the company store…“

Um die Qualität des Protestes näher zu bestimmen, wollen wir zunächst die Parole „No somos mercancías en manos de politicos y banqueros“ („Wir sind keine Waren in Händen der Politiker und Banker“) näher betrachten. Wir behaupten, sie verweist auf eine Radikalität, derer sich viele Beteiligte offensichtlich gar nicht bewusst sind. Wie das? Nun, zwar ist mit der Ware bereits die Grundform des materiellen Austausches in der kapitalistischen Gesellschaft benannt. Da die Parole gewissermaßen einen freien gedanklichen Raum entwirft, in dem der Mensch und Ware auseinanderfallen, denunziert sie zum Einen in aller Unversöhnlichkeit die Warenform der Arbeitskraft, als die der Mensch sich handelt, und doch bezeugen die weitgehend reformistischen Forderungen eine ideologische Verschleierung der materiellen Lebensbedingungen innerhalb der Protestbewegung. In ihrem Lichte erscheint die Parole (sie ist mitunter eine der radikalsten) zum Anderen gerade in ihrem exklusiven Bezug auf die Politiker und die Banker geradezu verwässert und unzulänglich. Diesen Eindruck will ich im Folgenden erläutern.

Der Kern der Warenproduktion – der Pfeiler der bürgerlichen Gesellschaft – ist ein trügerisches Tauschgeschäft, das im Lichte der Verhältnisse weiter nichts ist als stummer Verwertungszwang, mag man auch glauben, es aus freien Stücken abzuschließen: es ist dies die Lohnarbeit, in der die Ware Arbeitskraft gegen Geld in der Form von Kapital getauscht wird. Um Profit zu realisieren, muss der Produzent Tauschwerte schaffen, der jenseits der Werte liegen, den er in der Form des Lohnes oder wie wir sagen: Mehrarbeit erhält. Diese Form unbezahlter Mehrarbeit ist der Mehrwert, der sich im Warentausch realisiert. Die grundlegende Ungleichheit dieses Tauschgeschäftes erweist sich darin, dass auf der einen Seite sich der Kapitalist diesen überschüssigen, virtuellen Tauschwert aneignet, wohingegen der Produzent – der Arbeiter – auf der anderen mit dem Quantum vorlieb nehmen muss, das ihn dazu befähigt, sich materiell zu reproduzieren um ein Mehr an Arbeit zu leisten: Mehr-arbeit. Gleichzeitig wird das Kapitalverhältnis, indem kapitalistisch produziert wird, nach Marx‘ Erkenntnis reproduziert:

„Der Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet, oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.“
- Karl Marx: Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie, Bd. I, MEW 23, S. 604.

Das heißt, nicht nur, dass der Mensch sich gezwungen sieht, sich entzwei zu spalten, da er seine Ware Arbeitskraft entgegen seiner Ich-Integrität im bornierten Arbeitsprozess versachlicht; eine Tätigkeit, die unter dem Rationalisierungszwang ohnedies ihrer möglichen schöpferischen, erfüllenden Qualität spottet: Im schöpferischen Akt, der Arbeit sein könnte, verwirklicht sich die konzeptionelle Idee am Gegenstand, in dem das Ich sich nun mit fremden Augen erblickte und doch in der Kontemplation des praktischen Ausdrucks seiner selbst ganz bei sich wäre. Nein, der geschaffene Wert kehrt zudem als Mehr-wert wieder, d.h. als sich selbst verwertender, prozessierender Wert oder, wie Marx schreibt, als „ein beseeltes Ungeheuer, das zu arbeiten beginnt, als hätt‘ es Lieb im Leibe“. Im Bann dieses Verwertungszwanges sind die Arbeiter, die der herrschaftliche Diskurs passend zum „Humankapital“ degradiert, „ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.“ (Karl Marx: Ebd., S. 598f. )
Kurzum, die bestimmende Tragödie im Leben der Lohnabhängigen ist jene, dass die bornierte Tätigkeit der entfremdeten Arbeit mit der Produktion seiner eigenen warenförmigen Subjektivität zusammenfällt, die weiter nichts ist denn gesellschsaftliche Ohnmacht. In den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“, also auf einer recht frühen Entwicklungsstufe seiner materialistischen Kritik, skizziert Marx den Grundwiderspruch von Arbeit und Kapital bereits wiefolgt:

„Der Arbeiter wird um so ärmer, je mehr Reichtum er produziert, je mehr seine Produktion an Macht und Umfang zunimmt. Der Arbeiter wird eine um so wohlfeilere Ware, je mehr Waren en schafft. Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. […] Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung.“

Nun liegt es auf der Hand, dass die Herrschaft der Warenproduktion nicht nur den Lohnabhängigen betrifft, sondern ebenso all die, deren Stand in oder außerhalb der Produktion sich aus diesem Abhängigkeitsverhältnis mittelbar ableitet: dies betrifft den Studenten, der verständlicherweise Angst hat, ob er sich künftig in den Verwertungsketten wird verdingen können, oder den Arbeitslosen, der daraus kurzerhand ausgesondert wird, oder die Hausfrau, deren reproduktive Arbeit in der patriarchalen Gesellschaft nicht anerkannt wird (was schlicht und ergreifend eine stillschweigende Unverschämtheit ist), oder schließlich den Immigranten, dem mitunter nicht einmal das Recht auf die bürgerlichen Verkehrsformen gewährt wird, etc. pp.!

Denkt man die Produktionsverhältnisse vom Verhältnis zwischen der Arbeit und ihrem Produkt her, so erscheint aufseiten der Distribution die Annahme, das Finanzkapital stünde den Interessen eines mit sich selbst identischen gesellschaftlichen Trägers entgegen, der in einer recht nebulösen Auffassung die „Realwirtschaft“ repräsentiere, als blanke Mystifikation der tatsächlichen Problematik.
Zwar ist die Unterscheidung von „Realwirtschaft“ und „Finanzmarkt“ zunächst sicherlich richtig und wichtig, und doch müssen sie als ineinander vermittelte Momente des Gesamtprozesses von Werschöpfung gedacht werden, der die Produktion von Waren (i.e. eben das Geld, er als Ware gehandelt und wir also „zinstragendes Kapital“ nennen wollen) bereits voraussetzt. Egal wie autonom die Finanzmärkte auch wirken mögen: sinnvoll lässt sich die (begründeten) Distributions- nicht von der (begründenden) Produktionssphäre voneinander abtrennen. Vielmehr gilt es, das Finanzkapital als vermittelndes Moment zwischen den fragmentierten Wertschöpfungsketten der „Realwirtschaft“ zu begreifen. Als Teilmoment hält es also den Gesamtprozess am Laufen und übernimmt dabei einen Gutteil der hier besonders offenkundig dreckigen Arbeit.
Zweifellos sind die Finanzmärkte angesichts der weltweiten Deregulierung ungemein aufgebläht worden, sodass sie heute mitunter als das grundlegende Problem einer sonst krisenfreien Ökonomie erscheinen. Doch dabei muss doch zumindest teilweise ausgeblendet werden, dass die Finanzmärkte eine vermittelnde Rolle innerhalb einer Produktionsweise einnehmen, die sui generis auf der Virtualität oder Abstraktion von Wert basiert, die hier gewissermaßen auf die „Realwirtschaft“ zurückschlägt. Die Triebfeder der Kapitalakkumulation ist eben die logisch nicht aufzuschlüsselnde Abstraktion des sich selbst verwertenden Wertes (Mehrwert). Dies begriffslose Moment, das das zinstragende Kapital (Geld das beginnt „zu arbeiten“) prägnant vor Augen führt, beschreibt die fundamentale Irrationalität, die sich im Irrsinn der internationalen Finanzmärkte Bahn bricht, aber auf die Struktur des Gesamtprozesses verweist.
Die Irrationalität der Mehrwertproduktion erweist sich in der zyklisch wiederkehrenden Krise. Sie ist dem Gesamtprozess strukturell eingeschrieben: so wälzt der Mehrwert beständig die Bedingungen seiner Konstituierung um, da er die Produktion rückwirkend zum Ausbau ihrer Kapazitäten anregt, was den Ausstoß erweitert usf.. Dieser ökonomische Kreislauf, den wir nach Marx die erweiterte Kapitalreproduktion nennen wollen, kehrt daher auf immer höherer Ebene gelagert wieder, schraubt sich also gleichsam spiralförmig hoch und kulminiert notwendig in der Krise. Das wiederum führt zurück auf die Produktionssphäre: denn um konkurrenzfähig zu sein, muss das Kapital den Wert der Arbeit durch Lohnkürzungen, Entlassungen oder – durch den Staat vermittelt – durch Kürzungen im Sozialbereich vermindern. Zugleich ist es auf jene akkumulierten Werte in den Händen der Lohnabhängigen angewiesen, um durch die individuelle Konsumption den geschaffenen Mehrwert zu realisieren. Somit stehen Bedingungen der Produktion von Mehrwert in Widerspruch mit der Realisierung desselben: im Groben ließe sich sagen, dass die Grenzen der individuellen Konsumption der Lohnabhängigen mit dem Ausmaß der Enteignung der von ihnen geschaffenen Werte durch das Kapital korrespondieren. Wenn die Menschen mit ihren materiellen Mitteln also den Nöten der Kapitalakkumulation nicht mehr genüge, so tritt diese latente Tendenz als manifeste Krise der Mehrwertproduktion zu Tage: dies hat sich in Spanien eben mit dem Platzen der Immobilienblase zugetragen. Doch anstatt die Entwicklung einer radikalen Kritik zu unterziehen, indem man sie auf das kapitalistische Verwertungsparadigma bezieht, scheinen hier die zahlreichen Korruptionsfälle bis heute leider allzu schwer gewichtet.

  • „Bauen gegen die Krise“ – jungle-world.com (46/2009)
  • Weil das Kapital sich immer mehr von den Bedürfnissen der Selbsterhaltung der Gattung löst und sich als die hegemoniale Herrschaftsform durchsetzt, ehe es dereinst praktisch aufgehoben wird, begreifen wir es als den negativen Souverän gesellschaftlichen Lebens. Vor diesem Hintergrund erscheint die Leier von der schlechten Repräsentation der „Bürger“ durch die Politiker (Politik eines Staates, dessen juristische Formen die Warenproduktion zum Zwecke der Profitrealisierung sichern) ebenso wie die Kritik an der vermeintlichen moralischen Verkommenheit der Finanzhaie (Finanzkapital als Instrument zur geldförmigen Vermittlung der disparaten Momente der Produktion) als ideologisches Gewäsch. Eine Kritik, die die mannigfaltigen dahinterstehenden Vermittlungen nicht problematisiert, bleibt ohnmächtig gegenüber der Funktionsweise des transnationalen Kapitals und erinnert stark an die sozialdemokratische Apologie des Bestehenden.
    Wollen wir nicht hoffen, dass die „Spanische Revolution“ das Schicksal eines bornierten Reformismus ereilt! Doch um das zu vereiteln, muss sie sich all der hier problematisierten Illusionen entledigen, die ihren emanzipatorischen Impuls hindern können und werden, sofern sie sich nicht radikalisiert. Und so wichtig der Pragmatismus dieser Protestbewegung auch ist, ihre politischen Geltung bezieht sie letztlich aus der praktischen Perspektive, die über das unmittelbare Tagesgeschäft hinausragt. Nun, nimmt man sie beim eigenen Wort, so empfehlen wir die Einsicht und den Mut zu revolutionären Forderungen.
    Lassen wir uns dazu auf ein Gedankenspiel ein. Wir wollen den Satz „Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem“ aus dem „Democracia Real Ya!“-Manifest wiefolgt umformulieren: „Ich bin kein Produkt dessen, was ich produziere (Waren), weshalb ich es produziere (Mehrarbeit, Lohn) oder wofür (Mehrwert, Profit).“ Zwar ist die Modifikation recht simpel: man sieht, die Phänomene der Distributionssphäre werden auf die sie begründende Produktionssphäre bezogen, weiter nichts. Beide Sätze verhalten sich polemisch gegenüber den Prämissen ihrer Konstiuierung, hier will jemand nicht das sein, wozu ihn die Verhältnisse machen. Doch allein den zweiten mag man radikal und revolutionär nennen. Warum? Durch die Enthüllung seiner unausgewiesenen Implikationen, die ihn von seiner ideologischen Ummantelung befreit, verhält sich der erste, modifizierte Satz jetzt expressis verbis unversöhnlich gegenüber den bürgerlichen Verkehrsformen: seine Perspektive läge jenseits der Warengesellschaft! In diesem Sinne:

    „Wir Communisten sind der Überzeugung, dass dem Subjekt die Warenform, als die seine Arbeitskraft in der Lohnabhängigkeit gehandelt wird, sich als die reale Herrschaftsform enthüllen muss, in deren Bann es im vollen Sinne des Begriffes nicht Mensch ist, sondern Ding.“

    Résumé und Perspektive

    Unsere Argumentation nahm, um zu einer ansatzweisen Analyse der gegenwärtigen Herrschaftsstrukturen zu gelangen, ihren Ausgang in der Kritik der Warenform der Arbeit wie des Produktes. Sowie sich die historische Genese der Herrschaft der modernen Bourgeoisie auf die expandieren, überregionalen Handel des städtischen Bürgertums, der schon im Mittelalter einsetzt und sich mit den bürgerlichen Revolutionen wider den Adel endgültig gegenüber den feudalen Produktionsverhältnissen löst, gründet, so erweist sich der Warentausch auch angesichts der postindustriellen Gesellschaft als der Nukleus aller spezifischen Herrschaftsformen der bürgerlichen Gesellschaft. Das heißt nichts weniger, als dass der Kampf gegen die Warenförmigkeit der gesellschaftlichen Beziehungen identisch ist mit dem Kampf gegen den expansiven Verwertungszwang, gegen die Logik des Kapitals. Im Medium der radikalen Kritik erst entwindet sich dem falschen Ganzen schemenhaft die praktische Perspektive eines Besseren, einer „wirklichen Demokratie“, deren Grundlage die demokratische Selbstbestimmung der Produktion wäre:

    „die Vernunft, die sie meinen, verlangt im Anblick des Trümmerhaufens einer darbenden Gesellschaftsformation zunächst die Aneignung der Produktionsmittel, die Etablierung der Arbeiterdemokratie über ein vertikales, zentralisiertes Rätesystem und endlich die selbstbestimmte und rational, also an den Bedürfnissen der Menschen, ausgerichtete Produktion.“

    Ob die innere Dynamik der spanischen Protestbewegung vor dem Hintergrund der drohenden Verschärfung der Krise ein in diesem Sinne radikales, kritisches Bewusstsein wird schaffen können, wird sich erweisen. Ein erster bedeutender Schritt ist getan.

    ---

    Ergänzend seien die folgenden Artikel aufs wärmste empfohlen:

  • „IT’S THE REAL DEMOCRACY, STUPID – 15th May, from Outrage to Hope“ von Tomás Herreros und Emmanuel Rodríguez von der Universidad Nómada
  • „Revolutions arrive too late or too early, but always when they’re not expected“ von Joseba Fernández, Miguel Urbano, Raul Camargo der „Izquierda Anti-capitalista“ in Madrid
  • ---

    Manifest „Democracia Real Ya!“
    [via Spreeblick]

    Wir sind normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu finden, Menschen mit Familien und Freunden. Menschen, die jeden Tag hart arbeiten, um denjenigen die uns umgeben eine bessere Zukunft zu bieten.

    Einige von uns bezeichnen sich als aufklärerisch, andere als konservativ. Manche von uns sind gläubig, andere wiederum nicht. Einige von uns folgen klar definierten Ideologien, manche unter uns sind unpolitisch, aber wir sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert: die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprachlos.

    Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden – tägliches Leid, ohne jegliche Hoffnung. Doch wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verändern. Zeit, miteinander eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Deswegen treten wir eindringlich hierfür ein:

    ● Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung, sowie das Wohl und Glück der Menschen müssen als Prioritäten einer jeden modernen Gesellschaft gelten.

    ● Das Recht auf Behausung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische Teilhabe, freie persönliche Entwicklung und Verbraucherrechte im Sinne einer gesunden und glücklichen Existenz sind unverzichtbare Wahrheiten, die unsere Gesellschaft zu befolgen hat.

    ● In ihrem momentanen Zustand sorgen unsere Regierung und das Wirtschaftssystem nicht dafür, sondern stellen sogar auf vielerlei Weise ein Hindernis für menschlichen Fortschritt dar.

    ● Die Demokratie gehört den Menschen (demos = Menschen, krátos = Regierung), wobei die Regierung aus jedem Einzelnen von uns besteht. Dennoch hört uns in Spanien der Großteil der Politiker überhaupt nicht zu. Politiker sollten unsere Stimmen in die Institutionen bringen, die politische Teilhabe von Bürgern mit Hilfe direkter Kommunikationskanäle erleichtern, um der gesamten Gesellschaft den größten Nutzen zu erbringen, sie sollten sich nicht auf unsere Kosten bereichern und deswegen vorankommen, sie sollten sich nicht nur um die Herrschaft der Wirtschaftsgroßmächte kümmern und diese durch ein Zweiparteiensystem erhalten, welches vom unerschütterlichen Akronym PP & PSOE angeführt wird.

    ● Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Menschen bringt Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit mit sich, was wiederum zu Gewalt führt, die wir jedoch ablehnen. Das veraltete und unnatürliche Wirtschaftsmodell treibt die gesellschaftliche Maschinerie an, einer immerfort wachsenden Spirale gleich, die sich selbst vernichtet indem sie nur wenigen Menschen Reichtum bringt und den Rest in Armut stürzt. Bis zum völligen Kollaps.

    ● Ziel und Absicht des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der Gesellschaft zu achten. Ressourcen werden verschwendet, der Planet wird zerstört und Arbeitslosigkeit sowie Unzufriedenheit unter den Verbrauchern entsteht.

    ● Die Bürger bilden das Getriebe dieser Maschinerie, welche nur dazu entwickelt wurde, um einer Minderheit zu Reichtum zu verhelfen, die sich nicht um unsere Bedürfnisse kümmert. Wir sind anonym, doch ohne uns würde dergleichen nicht existieren können, denn am Ende bewegen wir die Welt.

    ● Wenn wir es als Gesellschaft lernen, unsere Zukunft nicht mehr einem abstrakten Wirtschaftssystem anzuvertrauen, das den meisten ohnehin keine Vorteile erbringt, können wir den Missbrauch abschaffen, unter dem wir alle leiden.

    ● Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen. Wir sind Menschen, keine Produkte. Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem.

    Im Sinne all dieser Punkte, empöre ich mich.
    Ich glaube, dass ich etwas ändern kann.
    Ich glaube, dass ich helfen kann.
    Ich weiß, dass wir es gemeinsam schaffen können.

    Geh mit uns auf die Straße. Es ist dein Recht.

    ---

    Manifest der „Juventud SIN Futuro“

    YOUTH WITHOUT A FUTURE
    [via juventudsinfuturo.net]

    We, the youth without a future, are adressing the public opinion to show our disagreement with the policy of social cuts of the government and the serious consequences for the future which they represent: the best prepared youth in our history will live in worse conditions then their parents.

    The aggression against the young community in a capitalist crisis scenario, with a youth unemployment rate of 40%, the highest in the EU, consists mainly of three government measures:

    • The Labour reform, which increases the temporality of our work contracts, working flexibility, and involves the end of collective bargaining, making us precarious workers for the rest of our lives.

    • Reform of the pension system, which delays the retirement age, reduces the amount of our future pensions and makes it even more difficult for us to find a decent job. All this bring for us a no future situation in our horizon.

    • The commodification of public education that advocates for private profitability instead of education and knowledge. An elite university for a few ones and a factory of precarious individuals for the large majority, with measures that impose a new exam to acces university hampering the access to it and causing the degradation of vocational education.

    We are the youth which the economic elites and our government policies want us to become the generation without skills, without jobs, without a decent pension. Those who, besides, won‘t have a house in a lifetime since speculators turned the housing right into a business. An economic growth model that failed and brought up us this crisis. We have become aware that the measures to get out of this economical crisis have been done through a constant socialization of the losses.

    Against this way out of the crisis by the right, we, the precarious generation, point at the responsible for that crisis and demand to be heard.

    We want back our capacity to be actors in the engine of change, resisting a country of precariousness, unemployment and privatization of our education. We are also aware that protests are necessary. Italy, France, Greece or Iceland teach us mobilization is a must. The Arab world proves victory is possible.

    So we call for a cycle of protests to get the voice of the youth back on the streets and we extend it to the whole civil society. We do not trust them, we know this will only be solved without the participation of those that caused this crisis. We urge to a collective protest, to reclaim our right to dissent, to rebuild our future.

    The undersigned, students and academic community members, young workers, social movements, proffessionals from the science, technology, culture and arts communities support with our signatures this call for mobilization.

    “You have taken too much from us, now we want it all”

    ---

  • Süddeutsche Zeitung: „Proteste im Wahlkampf Spanische Revolution“
  • Junge Welt: „Widerstand auf spanisch“
  • Washington Post: „Spanish demonstrations continue around country for fourth day“
  • Taz: „Jugendproteste in Spanien – Demonstrieren ist illegal“
  • Spiegel: „Spanien verbietet Proteste gegen Wirtschaftskrise“
  • „Wenn Spanier keine ,Ware von Politikern und Bankern‘ mehr sind“ – linksunten.indymedia.org
  • ---

    Zudem meine Analyse der sozialen Kämpfe in Griechenland, in deren zweiten Teil ich versuche, eine Art revolutionärer Epistomelogie zu entwickeln: „Angelus Novus“

    Angelus Novus

    Angesicht der globalen Krise befindet sich die Welt in einem gesellschaftlichen Gärungsprozess, dessen Wucht der arabische Frühling bereits vor Augen führt. Doch wo in dessen Rahmen sich zunächst bürgerliche Demokratien im Kampf gegen die personale Despotie etabliert haben, tritt dieser globale Prozess in den fortgeschrittensten kapitalistischen Gesellschaften allerdings in anderer Form, mit anderen Inhalten, zutage: diese sozialen Kämpfe sind im Zuge des Niedergangs der bürgerlichen Gesellschaft auf die Befreiung von der Logik des Kapitals hin gespannt. So ist die gegenwärtige kapitalistische Krise die Krise des Spätkapitalismus selbst. Seine grundlegenden Widersprüche treten in den Ländern, die dem Abgrund am nächsten stehen, in aller Irrsinnigkeit und daher voller Klarheit zutage. Deshalb wollen wir zunächst die Situation der griechischen Gesellschaft und die Widersprüche der transnationalen Kapitalien umreißen. Im Rahmen dieser Bezugssysteme wollen wir uns der widerständigen Praxis des Generalstreiks aus einer erkenntistheoretischen Perspektive nähern.

    Der griechische Staat, wie die meisten fortgeschrittenen Industriestaaten, sieht sich mit einer Krise konfrontiert, die seine Funktionsweise selbst zu beeinträchtigen droht. Eine bewusste und organisierte Bewegung der Lohnabhängigen – vom Industrieproletariat bis hin zu den Angestellten im Dienstleistungssektor – ist offensichtlich nicht gewillt, die Austeritätspolitik hinzunehmen, die die EU und der IWF im Zuge der griechischen Hilfskredite der sozialistischen Regierung unter Giorgos Papandreou oktroyieren. Dies hat der Generalstreik vom 11. Mai mit überwältigendem Erfolg ein weiteres Mal gezeigt.

  • zur Einbindung der Angestellten im öffentlichen Dienstleistungssektor – eine erstaunliche Erklärung in Reaktion auf die widerwärtige Brutalität der Athener Polizei: „Announcement of Hospital Doctors Union (Local Branch of Nikaia General Hospital)“occupiedlondon.org
  • Die Niederlegung der Arbeit trifft die empfindlichste Stelle eines Staates, der notwendig darauf angewiesen ist, gerade in der Beschneidung der individuellen Konsumption, etwa durch die Kürzung von Löhnen im öffentlichen Sektor, das Einfrieren von Renten (was de facto auch eine Kürzung bedeutet) oder der Erhöhung der Mehrwertsteuer, im Angriff auf die Lohnabhängigen den Staatsbankrott abzuwenden. Doch die griechische Wirtschaft, die in den ersten drei Monaten dieses Jahres zwar um 0,8% gewachsen ist, aber deren Arbeitslosenrate neuerdings bei 15,9% liegt (Quelle: Athens News), hat, auch bedingt durch die unerbittliche Sparpolitik, die den bescheidenen Aufschwung abwürgen könnte, realistischerweise über Jahre hinweg nicht die Kraft, ein Wachstum zu generieren, das über dem Niveau der Zinsen auf die staatlichen Schuldscheine liegt. Selbst wenn dem griechischen Staat der Zugang zum Staatsanleihenmarkt offen stünde, müsste er für Bonds mit zweijähriger Laufzeit untragbare Zinsen von 23,4 Prozent bieten. Zum Vergleich, die Rendite vergleichbarer Bundesanleihen beläuft sich auf 1,8 Prozent. so offenbart die Kreditwürdigkeit einer fortgeschrittenen westlichen Industriegesellschaft, die wie die griechische nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s auf der selben Stufe wie der Kenias und gar noch unterhalb der der Mongolei rangiert, die krasse Ungleichzeitigkeit der Entwicklung, die die Währungsunion zu zerreissen droht. Angesichts dieser unheilvollen Konstellation ist eine kontinuierliche Neuverschuldung des Staates, der gegenüber es unmöglich sein dürfte, die Schuldenmasse auf ein tragbares Niveau zu reduzieren, ohne den berüchtigten „Haircut“, also eine Teilumschuldung der staatlichen Kredite, zu wagen, was selbst bürgerliche Ökonomen und Fondsmanager kaum noch anzweifeln, wie Reuters ermittelte.
    Ohne hinreichendes Wirtschaftswachstum klammert sich die griechische Regierung als willfähriger Büttel der ach so gütigen Helfer eine drakonische Sparpolitik zur Wiederaufrichtung der Kredibilität des Staates, damit die Abwendung der Umschuldung die Weltwirtschaft davor bewahre, in den nächsten Krisenzyklus zu geraten, dessen mögliche Folgen bereits mit dem globalen finanziellen Kollaps nach der Pleite der Lehman Brothers verglichen wird. So würde das griechische Bankensystem bei einer Umschuldung vollkommen darnieder liegen. Ebenso würde ein Zahlungsausfall dieser Größe ein globales Bankensystem treffen, das auch nach dem Basel III-Abkommen gegen den massiven Liquiditätseinbruch nicht hinreichend abgesichert scheint. Die EU-Hilfen, die heute schon gegen den Widerstand der Bevölkerung vieler EU-Staaten lanciert wurden, würden, da sie im Falle des Kollaps des griechischen Bankensystems ausgedehnt werden müssten, wahrscheinlich endgültig versiegen, was selbstverständlich noch einen viel größere fiskalische Einschnitte erfordern würde. Nun, die Folgen für Irland und Portugal, ja selbst Spanien, Italien oder Belgien, sind heute unklar, doch man annehmen, dass die gesamte Chose den Bach runter gehen wird, da das „Krisenlabor Griechenland“ als lodernde Lunte im Pulverfass die Vorhut des verallgemeinerten Verhängnisses darstellt.
    Kein Politiker, der sich halbwegs bei Verstand wähnt, möchte es auf eine Umschuldung ankommen lassen, zumal ein Schuldenschnitt den französischen Staat, der nach Berechnungen von der „Bank for International Settlements (BIS)“ über 20 Milliarden Euro an griechischen Schuldscheinen hält. Rechnet man die Darlehen, die Rückkaufgarantien und ausstehende Kreditzahlungen des privaten Sektoren hinzu, stehen allein in Frankreich sogar Zahlungsansprüche von über 92 Milliarden Euro ins Haus. (Quelle: Athens News) Indessen sind die Liquiditätshilfen, die den Schuldenschnitt abwenden sollen, zunehmend unpopulär. Somit ist die europäische Einheitsfront längst schon am bröckeln, zumal rechtspopulistische Bewegungen europaweit an Fahrt gewinnen. (In der totalen Verweigerung, dieser unsäglichen und fast schon bemitleidenswerten Blauäugigkeit, begehen die Kinder des Systems Vatermord, wo sie diesen doch vorgeblich zu verhindern suchen. Die Mystifizierung des Kapitalismus und daher die Regression auf seine aggregierten, unvermittelten ideologischen Versatzstücke verlangen es, die Ratlosigkeit ihres ökonomischen Liberalismus angesichts seiner überkommenen materiellen Grundlage mit den schlichtesten rassistischen Parolen zu übertönen. Man nehme die niederländische Partij voor de Vrijheid, die schwedischen Sverigedemokraterna oder die Freiheitliche Partei Österreichs. Was den Menschen ins Haus steht, wenn die faschistoiden Marionetten die Regierungsgewalt in die Hand nehmen, sieht man in Ungarn mit der Fidesz: es folgt die Errichtung einer autokratischen Herrschaftsform zur Unterdrückung des gesellschaftlichen Antagonismus, dessen Auslagerung auf Randgruppen im Inneren oder den äußeren Feind und, damit verbunden, die Mystifizierung der geschichtlichen „Mission“ der sei’s rassisch, sei’s kulturalistisch begründeten Volksgemeinschaft.)

    Die griechische Misere hat ihren Ursprung im ökonomischen Ungleichgewicht von Zentrum und Peripherie im Euro-Raum. Denn angesichts eines Exportüberschusses etwa auf deutscher und dem damit verbundenen Außenhandelsdefizit auf griechischer Seite scheitert der Anspruch der Griechen auf Wohlstand im Schoße Europas im Kern gerade am Wohlstand der Anderen. In diesem Spannungsfeld ist der Generalstreik ein Affront nicht nur gegenüber der Regierung und dem Staat, den sie verwaltet, sondern darüber hinaus angesichts des internationalen Charakters der Problematik, eine praktische Kritik an den Verwerfungen des transnationalen Kapitals und damit wesentlich universalistischer, antikapitalistischer Natur, mögen in dessen Zuge auch reformistische Forderungen gestellt werden. Denn anstatt einem bornierten Nationalismus zu verfallen, hat der zweite Gerenalstreik dieses Jahres das Land ein weiteres Mal lahmgelegt: „eine erste Antwort“ auf die Pläne zur Verschärfung der Sparpolitik.

    ---

    „Ein Sturm weht vom Paradiese her“

    Mit der Tertiärisierung der Industriestaaten verallgemeinert sich der Begriff des einstigen Proletariats zur Klasse der Lohnabhängigen, die sowohl die produktiven Arbeiter wie die unproduktiven „Zirkulationsarbeiter“, die mit dem reibungslosen Ablauf des Gesamtprozesses betraut sind, oder die Angestellten im Dienstleistungssektor umfasst (vgl. Hans-Günter Thien: „Die verlorene Klasse – ArbeiterInnen in Deutschland“, Münster 2010). In ihr schlägt sich nun die maßgeblich apersonale Herrschaftform des Kapitals nieder, die ohne das Privateigentum an den Produktionsmitteln und damit ohne dem Prinzip der Mehrwertproduktion, derer sich der Staat eben in vermittelter Form annimmt, schlicht nicht zu denken ist. Zugleich sind es die Lohnabhängigen selbst, „die ihre Arbeitskraft gegen Geld in der Form von Kapital tauschen“ (Thien 2010, S. 41). Die Erkenntnis dieses Widerspruchs von der Produktion der realen Ohnmacht eben durch die entfremdete Arbeit – die Erkenntnis, die wir Klassenbewusstsein nennen wollen – vermittelt dem gesellschaftlichen Ganzen jenseits aller ideologischen Verfremdungen das Bewusstsein seiner materiellen Grundlage und Funktionsweise, seiner Grenzen und Möglichkeiten. Diesen Gedanken wollen wir nun entfalten.

    Ob befristete Leiharbeit, Lohn- oder Rentenkürzungen, Einsparungen im Gesundheitsbereich oder der Bildung: all die garstigen Mittel, den Wert lebendiger Arbeit über die Drosselung der individuellen Konsumption zu Gunsten der verfügbaren Kapitalmasse mindern, führt dem Produzenten seinen Status als Objekt der Verfügung vor Augen, das als bloße Ware auf die Wertigkeit unbelebter Materie nivelliert scheint. Sein Schicksal ist, wie Georg Lukács im Essay „Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats“ in Bezug auf das Industrieproletariat darlegt, „für den Aufbau der ganzen Gesellschaft typisch“ und offenbart die „Selbstobjektivierung, dieses Zur-Ware-Werden einer Funktion des Menschen, den entmenschten und entmenschlichenden Charakter der Warenbeziehung in der größten Prägnanz.“ Der Lohnarbeiter ist heute, wie einst der Industrieprolet, das Erkenntnissubjekt des gesellschaftlichen Ganzen:

    „Sein [des Arbeiters] unmittelbares Sein stellt ihn […] als reines und bloßes Objekt in den Produktionsprozeß ein. Indem sich diese Unmittelbarkeit [der Warenform] als Folge von mannigfaltigen Vermittlungen erweist, indem es klar zu werden beginnt, was alles diese Unmittelbarkeit voraussetzt, beginnen die fetischistischen Formen der Warenstruktur zu zerfallen: der Arbeiter erkennt sich selbst und seine eigenen Beziehungen zum Kapital in der Ware. Soweit er noch praktisch unfähig ist, sich über diese Objektsrolle zu erheben, ist sein Bewußtsein: das Selbstbewußtsein der Ware; oder anders ausgedrückt: die Selbsterkenntnis, die Selbstenthüllung der auf Warenproduktion, auf Warenverkehr fundierten kapitalistischen Gesellschaft.“
    - Georg Lukács: „Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats“, in: „Geschichte und Klassenbewußtsein“, Darmstadt/Neuwied 1983, S. 295.

    Der Kern der Einsicht, dass weder die reformistische PASOK noch eine andere bürgerliche Partei die drängenden Probleme wird lösen können, liegt in der Enthüllung der Herrschaft partikularer Interessen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, die sich in den ideologischen Schleier des Allgemeinen kleiden. So finden wir mit dem alten ökonomischen Liberalismus, der im Neoliberalismus eine späte Blüte erlebte, eine geschichtlich spezifische Ideologie vor, der das Einzelinteresse als mit dem allgemeinen identisch gilt, jedoch nur in dem Sinne, dass sie aufseiten der Arbeiter die Verwertung der Ware Arbeitskraft als die Wirklichkeit der bürgerlich-formalen Freiheit denkt.
    Diese Freiheit bedeutet aber weiter nichts als den stummem Zwang, dem bei Untergang des Einzelnen genüge getan werden muss – zu Konditionen, die weder der Arbeiter bestimmt, noch im Kern Ausdruck des Willens der ausbeuterischen Klasse ist. Denn der Bourgeoisie ihre eigene Verlogenheit vorzuhalten, mag im politischen Kampf sicherlich sinnvoll sein. Eine radikale Kritik muss indes tiefer gehen: mit Marx betrachten wir die herrschende Klasse als „Charaktermaske des Kapitals“, die sich seiner Macht weitgehend unterworfen sieht, zumal in Zeiten der Krise, die weder Produkt der Gier weniger, noch der übermäßigen Konsumption weniger ist. Es gilt zu erkennen, dass die Krise Resultat einer Produktionsweise ist, die sich durch die Verwertung von Wert – Mehrwert – auszeichnet. Doch dem prozessierenden Wert steht der gesellschaftlichen Reichtum der Produzenten gegenüber, die zu beschneiden das Kapital notwendig angewiesen ist, damit es sich reproduziere: diesen sich mal um mal zuspitzenden und in der Krise sich entladenden Widerspruch „zwischen den Bedingungen, worin dieser Mehrwerth producirt, und den Bedingungen, worin er realisirt wird“ („Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie, Dritter Band“) nannte Marx das „Gesetz der fallenden Profitrate“.
    Um die Kapitalkontraktion, die die Krise in der Mehrwertproduktion meint, zu beheben, müsste die individuelle Konsumption über Lohnerhöhung oder die Sozialpolitik angekurbelt werden: hier finden sich in der bürgerlichen Ökonomie die Keynesianer ein. Was zunächst so einleuchtend scheint, wird erschwert durch die immanenten Widersprüche des Systems: Denn das nationale Kapital (der Einfachheit halber wollen wir hier das transnationale Kapital unterschlagen) steht nun freilich in Konkurrenz zu den anderen nationalen Kapitalien, weshalb die Mehrwertproduktion im eigenen Land – auf Kosten des Wertes der Arbeit – belebt werden müsse: der Neoliberalismus lässt grüßen. Seine letzten verzweifelten Ausläufer dürfen in Europa die drakonischen Sparprogramme sein. Damit tritt der Grundwiderspruch von Arbeit und Kapital in Zeiten der Krise, die nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel selbst, klar hervor: das Versprechen der bürgerlichen Freiheit meint die brutale, warenförmige Verwertung des unter seiner bloßen Produktivität subsumierten, geschundenen Leibes des Lohnabhängigen. Wir sehen, wie die bürgerliche Gesellschaft immer weniger fähig ist, selbst dies kümmerliche Recht zu stützen, gilt es doch tendenziell nur in Zeiten der Prosperität und des Burgfriedens der Klassen. Beides scheint mit der Krise des Spätkapitalismus unwiderruflich verloren.
    Doch wo sich das subjektive Bewusstsein gegen die Transformation der objektiven materiellen Grundlage sperrt, da droht emminente Gefahr. Denn die „Sachzwänge“, denen ohnmächtig entsprochen wird, verlangen von Neuem nach dem gesellschaftlichen Blutopfer: „Arbeit macht frei“ sagt der deutsche Faschismus zynisch, der unerbittlichste, mörderischste Krisenverwalter aller; „Wahrheit macht frei“ skandieren sie heute, da sie, die Unbelehrbaren, einfordern, was sei nicht verstehen: die unheilvolle Verschlingung von Gewalt und Sinnlosigkeit, die das Kapital meint!

    Wir Marxisten sehen die Ware als die „Universalkategorie des gesamten gesellschaftlichen Seins“ (Georg Lukács) und somit als die Wurzel an, die radikale Theorie und Praxis packen muss. In dieser Reflexion auf die Vermittlung der von den materiellen Verhältnissen bestimmten Basisstruktur und der auf sie bezogenen ideologischen Formen, erweist sich die wahrhaftige Materialität der gesellschaftlichen Wirklichkeit jenseits aller Mystifizierung. So sind der Überzeugung, dass dem Subjekt die Warenform sich als die reale Herrschaftsform enthüllen muss, in deren Bann es im vollen Sinne des Begriffes nicht Mensch ist, sondern Ding.

    Deshalb setzen wir auf den Generalstreik: er erreicht das höchste Maß an materieller Wahrhaftigkeit, indem er die Funktionsweise der Produktion radikal packt, was die Entschleierung des so hartnäckig mystifizierten Klassenantagonismus, dessen Zuspitzung allzu oft als bloßes Kommunikationsproblem dargestellt wird, bereits voraus setzt. Denn wo die Produzenten die sie beherrschende gesellschaftliche Macht – das Kapital – und somit ihre eigene Ohnmacht reproduzieren, indem sie produzieren; wo die verallgemeinerte Warenproduktion (was die warenförmigen Dienstleistungen natürlich mit einschließt) die Gesamtheit der Lohnabhängigen als unterdrückte Klasse und somit die grundlegende gesellschaftliche Herrschaftsform konstituiert, da antizipiert die partielle Arbeitsniederlegung schon die praktische Aufhebung der Klassengesellschaft und aller ihr vermittelten Erscheinungsformen von Knechtschaft:

    „Aus dem Verhältnis der entfremdeten Arbeit zum Privateigentum folgt ferner, daß die Emanzipation der Gesellschaft vom Privateigentum etc., von der Knechtschaft, in der politischen Form der Arbeiteremanzipation sich ausspricht, nicht als wenn es sich nur um ihre Emanzipation handelte, sondern weil in ihrer Emanzipation die allgemein menschliche enthalten ist, diese ist aber darin enthalten, weil die ganze menschliche Knechtschaft in dem Verhältnis des Arbeiters zur Produktion involviert ist und alle Knechtschaftsverhältnisse nur Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses sind.“
    - Karl Marx: „Ökonomisch-philosophische Manuskripte“, 1. Manuskript

    Nicht erst, seitdem die Schergen englischer Kapitalisten streikende Proletarier zurück an die Arbeitsplätze prügelten, wie Engels in „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ von 1844/1845 beschreibt, gilt ihnen wie uns unumstößlich, dass die subjektiven Grenzen der Misere der Lohnarbeiterschaft die objektiven Grenzen der Produktionsweise markieren. In diesem Sinne erkennen wir im militanten Generalstreik den höchsten Ausdruck der Selbsterkenntnis der fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaft und damit des geschichtlichen Fortschrittes des Menschheit: da die unversöhnliche Opposition im Bewusstsein ihrer gesellschaftlichen Macht das dräuende Verhängnis praktisch verneint, antizipiert sie die Verwirklichung eines Anderen, Besseren auf dem Boden des Faktischen: die Vernunft, die sie meinen, verlangt im Anblick des Trümmerhaufens einer darbenden Gesellschaftsformation zunächst die Aneignung der Produktionsmittel, die Etablierung der Arbeiterdemokratie über ein vertikales, zentralisiertes Rätesystem und endlich die selbstbestimmte und rational, also an den Bedürfnissen der Menschen, ausgerichtete Produktion.

    Unsere Solidarität gilt dem Willen der revolutionären griechischen Lohnarbeiter, sich der duldenden, kontemplativen Objektrolle zu entwinden und als handelnde Subjekte, als lebendige Menschen gegen die „Herrschaft der toten Materie über den Menschen“ (Marx) – gegen das Kapital als dem negativen Souverän der Gesellschaft – im Sinne aller zu kämpfen, um den Universalismus vom Menschen ausgehend zu verwirklichen, der die Totalität seines Werdens als übergeordnetes Prinzip, als Selbstzweck, setzt. Denn um mit Marxens Worten zu fragen:

    „Was ist der Reichtum anders, als die im universellen Austausch erzeugte Universalität der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Genüsse, Produktivkräfte etc. der Individuen? Die volle Entwicklung der menschlichen Herrschaft über die Naturkräfte, die der sog. Natur sowohl wie seiner eignen Natur? Das absolute Herausarbeiten seiner schöpferischen Anlagen, ohne andre Voraussetzung als die vorhergegangne historische Entwicklung, die diese Totalität der Entwicklung, d.h. der Entwicklung aller menschlichen Kräfte als solcher, nicht gemessen an einem vorhergegebnen Maßstab, zum Selbstzweck macht? Wo er sich nicht reproduziert in einer Bestimmtheit, sondern seine Totalität produziert? Nicht irgend etwas Gewordnes zu bleiben sucht, sondern in der absoluten Bewegung des Werdens ist? Wo er sich nicht reproduziert in einer Bestimmtheit, sondern seine Totalität produziert? Nicht irgend etwas Gewordnes zu bleiben sucht, sondern in der absoluten Bewegung des Werdens ist?“
    - Karl Marx: „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“

    Wir sind der Ansicht, dass die antithetische Klasse der Lohnabhängigen und aller Unterdrückten, Marginalisierten und Ausgesonderten – in einer Abwandlung eines Zitats von Horkheimer und Adorno aus der „Dialektik der Aufklärung – lehrt, in den Zügen des gesellschaftlichen Ganzen „das Eingeständnis seiner Falschheit lesen, das ihm seine Macht entreißt und sie der Wahrheit zueignet“. Eben diesen dialektischen Gedanken finden wir bei Walter Benjamin, in seinen Geschichtsthesen, mit der wunderbaren Allegorie des „Engels der Geschichte“, dessen Bewegung er im Paul Klees Gemälde „Angelus Noves“ zu erkennen meint: „Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“

    Paul Klee - Angelus Novus

    Möge der griechischen Bewegung die Einsicht und lebendige Kraft zuteil werden, die verhärteten Zustände zu lösen und den Nebelflug ins Ungewordene zu wagen, das im Schoße des Faktischen seiner Wirklichkeit harrt: Utopie! Ihre Bedingung und Möglichkeit aber wäre die Freiheit, das Glück des Anderen als die Bedingung des je eigenen zu denken – die Freiheit zur Versöhnung.

    Für die Durchbrechung der schlechten Immanenz des Bestehenden! Für den Communismus!

    Hoch die internationale Solidarität!

    ---

    Neben den Kundgebungen der größten griechischen Gewerkschaft GSEE im Privatsektor und der Gewerkschaft der öffentlichen Angestellten ADEDY, organisierte die „mit Abstand größte“ Kundgebung indes die PAME, die der griechischen KP (KKE) nahe steht. Eine bedeutende Rolle spielt auch das linke Wahlbündnis „Koalition der Radikalen Linken“ (SYRIZA).

  • Erklärung der PAME zum Generalstreik von 11 Mai: „We refuse to make further sacrifices for the plutocracy. STRIKE on MAY 11″pamehellas.gr
  • „SYRIZA: Neue linke Kraft in Griechenland im Aufwind Interview mit Christina Ziaka von Xekinima, der griechischen Sektion des CWI.“Infopartisan (außerdem ein schönes Plakat der SYRIZA aus dem Jahre 2007
  • Seit Jahren hat sich auf breiter Basis zudem ein Bündnis zwischen der Bewegung der Lohnarbeiterschaft und eine breite Masse progressiver Studierender formiert:

  • „Greek Student strike — 90% of universities occupied, shut down — An Interview with Justice“ (2006)socialistalternative.org
  • „Greece: new wave of student protests against privatisation of universities“ (2007)marxist.org
  • ---

  • Eine Analyse des Generalstreiks vom 11. März 2010 und, allgemeiner, der Frage nach Reformismus und Radikalismus innerhalb der griechischen Arbeiterbewegung: „Greece: March 11 general strike – conclusions and tasks“ – marxist.org
  • Ein wirklich lesenswerter Artikel zur ökonomischen Lage Griechenlands: „Europe’s Greek tragedy“
  • Äußerdem findet am Samstag, den 14.05 um 18Uhr am Heinrichplatz in Berlin eine Demonstration in Solidarität mit den sozialen Kämpfen in Griechenland statt. Infos gibt’s auf arab.blogsport.de.
  • David Harvey – „Crises of Capitalism“

    Eine luzide Analyse der inhärenten Struktur des Kapitalverhältnisses, das nach Marx‘ Erkenntnis unausweichlich selbst seiner Aufhebung zuarbeitet. Den Vortrag hält David Harvey, die Visualisierung stammt von RSAnimate.

    Die Zeit fault und kreißt zugleich. Der Zustand ist elend oder niederträchtig, der Weg heraus krumm. Kein Zweifel aber, sein Ende wird nicht bürgerlich sein.
    - Ernst Bloch (1923)