Archiv der Kategorie 'Das Schöne, das Wahre'

Jiří Barta – Golem (1996)

In Broken Images

He is quick, thinking in clear images;
I am slow, thinking in broken images.

He becomes dull, trusting to his clear images;
I become sharp, mistrusting my broken images,

Trusting his images, he assumes their relevance;
Mistrusting my images, I question their relevance.

Assuming their relevance, he assumes the fact,
Questioning their relevance, I question the fact.

When the fact fails him, he questions his senses;
When the fact fails me, I approve my senses.

He continues quick and dull in his clear images;
I continue slow and sharp in my broken images.

He in a new confusion of his understanding;
I in a new understanding of my confusion.

- Robert Graves

Getrübter Rest

Meinem Freund Arne Schmelzer gewidmet

Da ein Gedanke, aus der Kluft
von Sache und Begriff entblößt,
durch rauchverhangne Zeit hinweg
sich von der Schwelle löst,

dem immergleichen Kreis um Kreis
des Einst ein Jetzt er kühn entreißt,
aufs Ungewordene gespannt, ein All
des Kindes Augen sehen heißt!

Ein Wunsch im Mangel lockt ihn hin,
wo morgenrote Sehnsucht bebt:
Sein Endliches, auf leichten Schwingen,
im Traum sich himmelweit erhebt.

Lewis Nash Quintet with Regina Carter – Eleanor Plunkett & Pluxsty Burk

Getrübter Rest

„Indem die große bürgerliche Kunst das Leid und die Trauer als ewige Weltkräfte gestaltet hat, hat sie die leichtfertige Resignation des Alltags immer wieder im Herzen der Menschen zerbrochen; indem sie die Schönheit der Menschen und Dinge und ein überirdisches Glück in den leuchtenden Farben dieser Welt gemalt hat, hat sie neben dem schlechten Trost und der falschen Weihe auch die wirkliche Sehnsucht in den Grund des bürgerlichen Lebens gesenkt.“

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Herbert Marcuse: „Über den affirmativen Charakter der Kultur“, in: „Gesellschaft und Kultur I“, 1965, S. 67