Gerede II

Robert Menasse wirkt in sich ruhend – aus sich heraus argumentativ überlegen. Er befühlt Gedankenperlenketten, darin verdichten sich Ideen, die sich ohne Zwang am Gegenstand entfalten. Strache rekurriert auf bildhafte, offenbar apriorisch konsensmäßige, selbsterklärend weil phantasmatische Schlagwörter, von „den Österreichern“ bis zur „schweigenden Mehrheit“. Er nimmt sie alle, wie sie fallen.
Dieser kleine Mann gibt alles für den kleinen Mann, weiß man. Richtig Power dahinter, klasser Kerl und überhaupt, sagt man. – Man vergisst darüber: Strache ist nicht mehr als das Bild, das er von sich hegt. Hier mag das zwar politisches „Kapital“ sein. Aber wo der Eine hinter sich verschwindet, da behält der Andere noch sein Schönstes ein…

(Und Menasses Roman „Selige Zeiten, brüchige Welt“ ist so etwas, das die drei Punkte aufgreift.)