Archiv für Juni 2010

Berlin Reichenbergerstraße, 4.6.

Berlin Reichenbergstra�e, 4.6.

Triumph des gewitzigten Jägers: Potenz schlägt Ohnmacht! Aber heute stellt sich der Getriebene als Exekutor vor.

Seine Losung vom „Primat der Politik“, einmal vor den Spiegel gestellt, nennte unversehens das Unerbittliche mit Zaubernamen.

Vielleicht versuchte der Bezeichnete im Bann, das Bild zu fassen und griffe in die Luft. Es wäre natürlich ein Spiegel, wie man ihn kennt. Nun, was auch immer er täte, gerne erführe er sich nicht. Vielleicht – dächte er dann – ließe sich mit einem Dekret da und dort etwas bewirken. Vielleicht, das heißt, in der Folge, irgendwann und mitunter!, sähe er darin nicht auch nur ein Zeichen von Kraft. Jedes „Bild dir deine Meinung!“ blühte fahl im Recht.

Stünde man aber für Momente nicht vor dem Spiegel und nicht hinter ihm und sähe man sich den einen Fall an und von ihm ab, man wüsste ein stückweit mehr.

Das Bild hieße Trug und ihn schälte man nicht Meinung.

Misstraue dir selbst.

„Deutschland erlebt somit eine vierfache Einmaligkeit. Erstens: Nie ist eine Bundesregierung schlechter gestartet und auch nicht besser geworden über die Monate. Das Land wird unter seiner Bedeutung regiert. Zweitens: Nie war Deutschland, an der Spitze seine Kanzlerin, isolierter und schlechter angesehen, was seine Positionen und seine Stellung in Europa betrifft. Das gilt nicht zuletzt für den erklärten Freund Frankreich, den anderen Teil des europäischen Motors. Drittens: Nie war ein Außenminister und Vizekanzler einflussloser und zugleich unbeliebter. Dazu kommt nun viertens der so noch nie dagewesene Rücktritt eines Bundespräsidenten. Deutschland wirkt destabilisiert – ausgerechnet in der größten Krise seit 60 Jahren; die noch nicht überall angekommen und fühlbar ist, aber offenbar werden wird, wenn die Regierung ihren Haushalt vorlegen muss. (…) Lena war gestern.“– Tagesspiegel