Ade, Horst

Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Bei der Pressekonferenz standen ihm Tränen in den Augen.

Dabei hat er es schon immer gewusst: „Eindeutig fühlen die Soldaten zu wenig Anerkennung, zu wenig Respekt in der Gesellschaft für das, was sie tun.“ (Sachsen Anhalt Heute MDR Regional – 28.08.2009) Im Interview vom 22. Mai vermisse er „Respekt und Anerkennung“ für die deutsche Tatkraft. Fehlt es an Respekt? Oder wohin geht die Reise?

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“ – Köhler in einem Interview des Deutschlandradio Kultur (22. Mai).

Nur das eine: Köhlers sogenanntes Deutsch liest sich nur mit großer Anstrengung. Lasst es mich sagen, Köhlers Wortwahl ist leider uninspiriert und recht uneigentlich. Die Formalhaftigkeit macht ihr den Garaus, wie man das so sagt. Das fünfmalig strapazierte „auch“ vermittelt die Abrechnung und die Einsicht als eine Abrechnung an der Einsicht. „Respekt und Anerkennung“ hält er immer gerne beieinander, so als gäbe es keinen Respekt, der nicht auch Verfallenheit bedeutete. Oder Anerkennung, die einem nicht auch Demut lehrt. Im Reich der Alternativlosigkeit gilt bloß das Eine, das die Kritik bezwingt. (Herr K., steht die Kritik im Nominativ oder Akkusativ?)

„(…) dahinter ist natürlich dann die größere Frage noch, dass wir vielleicht noch mehr tun müssen, um den Auftrag, der jetzt zum Beispiel in Afghanistan ansteht, zu erklären. Zu erklären, in der Breite der Bevölkerung.“ Hut ab! Das will ich anerkennen. Aber ganz verdutzt kassiert Horst nun den Preis für die entkleidete Wahrheit.

„It won‘t be easy, you‘ll think it strange
When I try to explain how I feel
That I still need your love after all that I‘ve done
You won‘t believe me
All you will see is a girl you once knew
Although she’s dressed up to the nines
At sixes and sevens with you

I had to let it happen, I had to change
Couldn‘t stay all my life down at heel
Looking out of the window, staying out of the sun
So I chose freedom
Running around trying everything new
But nothing impressed me at all
I never expected it to

Don‘t cry for me Argentina
The truth is I never left you
All through my wild days
My mad existence
I kept my promise
Don‘t keep your distance

And as for fortune, and as for fame
I never invited them in
Though it seemed to the world they were all I desired
They are illusions
They‘re not the solutions they promised to be
The answer was here all the time
I love you and hope you love me

Have I said too much?
There’s nothing more I can think of to say to you
But all you have to do is look at me to know that
Every word is true!“